#NUEdialog 2020: Nürnberger Dialog Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich zu Ende gegangen
- Wasserstoff-Gipfel NUEdialog und HYDROGEN DIALOGUE zeigen einzigartige Perspektiven für die globale Energiewende
- Über 700 nationale und internationale Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik am Start
- Über 45 hochkarätige Referentinnen und Referenten zeigten in rund 30 Vorträgen einzigartige Perspektiven für die globale Energiewende auf
Der NUEdialog der WiSo Nürnberg, umgesetzt in Kooperation mit dem HYDROGEN DIALOGUE der NürnbergMesse, spiegelte den internationalen „State of the Art“ der Wasserstoff-Technologie eindrucksvoll wider: Über 45 hochkarätige Referentinnen und Referenten, darunter der Bayerische Staatsminister und Schirmherr Hubert Aiwanger, die Wirtschaftsweise Prof. Veronika Grimm, Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld, Prof. Armin Schnettler, CEO New Energy Business bei Siemens Energy sowie Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König trafen sich am 18. November 2020 zum ersten digitalen Wasserstoff-Gipfel. Über 700 nationale und internationale Teilnehmende aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft tauschten sich auf der Plattform des NUEdialog und HYDROGEN DIALOGUE aus und zeigten dabei in rund 30 Vorträgen einzigartige Perspektiven für die globale Energiewende auf.
Auch die Teilnehmenden des Wasserstoff-Kongresses, der aufgrund der Corona-Pandemie komplett digital stattfand, sind voll des Lobes: „Die Dichte an Kompetenz dieser Veranstaltung ist bemerkenswert“, sagte Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld. Der Branchengipfel bringe „alle Key Player auf Augenhöhe zusammen“. Rosenfeld betonte weiter: „Die Welt scheint in einer beispiellosen Wasserstoff-Euphorie vereint, diese Dynamik, diesen geradezu historischen gesellschaftlichen Konsens pro Nachhaltigkeit müssen wir gemeinsam nutzen, um der Energiegewinnung und Speicherung mit Wasserstoff endlich zum Durchbruch zu verhelfen.“
„Wirtschaftsweise“ und WiSo-Professorin Prof. Dr. Veronika Grimm, Vorständin des Zentrums Wasserstoff.Bayern (H2.B), zeigte sich ebenfalls begeistert von der Veranstaltung, die die Aufbruchsstimmung und die Bedeutung der Branche aufzeige: „Der NUEdialog & HYDROGEN DIALOGUE hat bei seinem digitalen Auftakt eine unglaubliche Zahl an Wasserstoff-Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengebracht. Jetzt kommt es auf die Umsetzung der zahlreichen politische Initiativen an!“
Wissenschaft trifft Praxis
Im Mittelpunkt des jährlichen Nürnberger Dialog Wirtschaft und Wissenschaft, kurz „NUEdialog“, stehen die Schnittstellen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaft in jährlich wechselnden Fokusthemen bzw. Forschungsschwerpunkten. Der Kongress soll vermitteln, wie Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschung gelingen, sowie Ideen und Impulse für den Austausch zu praxis- und gesellschaftlich relevanten Fragen für Fachleute aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen bieten.
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Programm und Fokusthemen
Das Programm ist in der Veranstaltungsbroschüre zu finden.
Vorträge und Diskussionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff
H2-ERZEUGUNG
Etwa 99 Prozent des weltweit produzierten Wasserstoffs werden aktuell aus fossilen Energieträgern wie Erdgas und Kohle gewonnen. Dabei werden Treibhausgasemissionen frei, die den Klimawandel beschleunigen. In Zukunft müssen andere Optionen genutzt werden, um eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Vor allem die Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff im industriellen Maßstab wird eine wichtige Rolle spielen. „Grüner“ Wasserstoff wird entweder mittels Elektrolyse aus Wasser und Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt oder aber durch thermochemische oder biologische Konversionsverfahren aus Biomasse gewonnen – und damit CO2-neutral.
Daneben könnte sogenannter „blauer“ und „türkiser“ Wasserstoff eine (vorübergehende) Rolle bei der Transformation zu einer dekarbonisierten Wirtschaft spielen. Die Quelle von „blauem“ Wasserstoff sind fossile Brennstoffe. Jedoch wird bei der Produktion von blauem Wasserstoff kein oder nur sehr wenig CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Das entstandene CO2 wird entweder gelagert (carbon capture and storage, CCS), weiterverwendetet (carbon capture and utlisation, CCU) oder durch die Anwendung von Pyrolyseverfahren gar nicht erst produziert. Bei der Pyrolyse entsteht fester Kohlenstoff, der eingelagert oder gegebenenfalls weiterverarbeitet werden kann – man spricht in diesem Kontext auch von „türkisem“ Wasserstoff.
Der Fokus der Aktivitäten soll auf der Entwicklung und Skalierung von Elektrolyseanlagen sowie der Identifikation der optimalen Technologien für verschiedene lokale Gegebenheiten liegen. Aus der Demonstration unter verschiedenen Rahmenbedingungen sollen Rückschlüsse auf die Herausforderung einer Skalierung gezogen werden. Da der zu erwartende Wasserstoffbedarf in Deutschland nicht vollständig von der heimischen Produktion gedeckt werden kann, muss auch im Rahmen von internationalen Partnerschaften der Betrieb von Anlagen aus deutscher Produktion im Ausland angestrebt werden – idealerweise mit dem Ziel, grünen Wasserstoff auch nach Deutschland zu importieren.
H2-LOGISTIK
Logistiktechnologien für Wasserstoff spielen eine Schlüsselrolle, da eine Wasserstoff-Produktion in Vorzugsregionen den Transport des Wasserstoffs über lange Distanzen in die Zielregionen notwendig macht. Insbesondere sollten Logistiktechnologien, wo möglich, bestehende Infrastrukturen wie Gaspipelines oder bestehende Tanklager, Tankfahrzeuge und Tankstellen nutzen, um die Kosten der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft möglichst gering zu halten. Aufgrund seiner geringen Dichte bei Normbedingungen muss Wasserstoff für eine effiziente Logistik entweder komprimiert, durch Abkühlung verflüssigt oder chemisch gebunden werden. Alle drei Verfahren verbessern zwar die Transporteigenschaften von Wasserstoff, sind allerdings auch mit gewissen Effizienzverlusten verbunden. Es gilt, den erzeugten Wasserstoff möglichst verlustfrei und günstig auch über weite Strecken zu transportieren, um preiswerte, grüne Erzeugungspunkte mit hochwertigen Anwendungen zu verbinden. Bei allen Logistikanwendungen müssen viele Partner kooperieren: die Träger der technologischen Expertise, Anlagenbauer, Kommunen und viele weitere. Die Etablierung von Standards ist entscheidend für belastbare Geschäftsmodelle von Wasserstoff-Nutzern, die auf Logistikanwendungen aufbauen. Insbesondere ist frühzeitig auch eine internationale Koordination nötig, um den zukünftigen internationalen Handel möglichst kostengünstig zu ermöglichen.
H2-NUTZUNG
Zum jetzigen Zeitpunkt wird Wasserstoff hauptsächlich stofflich in traditionellen Anwendungen verwertet. Hauptverbraucher ist dabei die chemische Industrie. Zur Erreichung der im Pariser Klimaabkommen formulierten Klimaschutzziele müssen die globalen Volkswirtschaften ihren Treibhausgasausstoß erheblich senken. Dabei ist Wasserstoff aufgrund seiner vielfältigen Anwendbarkeit ein unverzichtbarer Baustein, denn er bietet attraktive Möglichkeiten für den Einsatz in verschiedenen Sektoren: Im Mobilitäts-, Industrie-, Wärme- und Stromsektor.
Besonders interessant für Deutschland sind Wasserstoff-Anwendungen im Mobilitäts- und im Industriesektor. Hier können große CO2-Einsparpotenziale durch die Verwendung von Wasserstoff realisiert werden. In diesen Bereichen sind allerdings weiterhin Herausforderungen bezüglich der Verfügbarkeit von Produkten und Anlagen und punktuell auch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit zu meistern. Langfristig bestehen darüber hinaus große Potenziale im Gebäude- (Wärme) und Energiesektor (saisonale Speicherung). Die möglichst günstige Bereitstellung von Wasserstoff ist essentiell für die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsmodelle – ebenso wie das Zusammenbringen von Wasserstofferzeugern und -abnehmern.
H2 INTERNATIONAL
In Deutschland gibt es heute exzellente Voraussetzungen, eine international führende Position im Bereich innovativer Technologien für die Wasserstoffwirtschaft und im Bereich der wasserstoffbasierten Mobilität zu erreichen.
Die Produktion von grünem Wasserstoff in großem Maßstab wird hingegen aller Voraussicht nach nicht in Deutschland stattfinden, sondern in Vorzugsregionen, in denen die Gestehungskosten von Wasserstoff günstiger sind und ein hohes Potential für Erneuerbare Energien vorhanden ist. Deutschland wird somit auch in einer klimaneutralen Welt Energieimporteur bleiben. Hierfür sollen nationale und internationale Partnerschaften im Kontext einer internationalen Wasserstoffwirtschaft der Zukunft vorangetrieben werden. Die Maßnahmen legen damit schon heute den Grundstein für eine starke Position der deutschen Wirtschaft in einer klimaneutralen Industriegesellschaft.
H2-STRATEGIEN
Die Wasserstoffstrategien auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene sind von großer Bedeutung, um einen umfassenden Strukturwandel in verschiedenen Sektoren der deutschen Wirtschaft zu begleiten. Dabei ist es wichtig, die Bestrebungen im Bereich Wasserstoff auf den verschiedenen Ebenen mit anderen Bundesländern, dem Bund und weiteren internationalen Partnern abzustimmen. Mit dem Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und dem Aufbau von Infrastruktur gehen auch immer Entscheidungen für bestimmte Technologien und Standards einher. Wichtige Weichenstellungen müssen national und auf europäischer Ebene getroffen werden.
Veranstalter und Partner
Der NUEdialog 2020 und der HYDROGEN DIALOGUE fanden unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie statt. Veranstalter war 2020 neben der WiSo Nürnberg der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) noch die NürnbergMesse. Ideeller Träger ist das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) mit seinen Vorständen Prof. Dr. Veronika Grimm und Prof. Dr. Peter Wasserscheid.
Der Dank der WiSo gilt der NürnbergMesse als Mitveranstalter, dem H2.B als ideeller Träger, sowie allen Kunden und Partnern, ohne die die Veranstaltung nicht so erfolgreich verlaufen wäre. Der NUEdialog selbst ist ein jährlich stattfindender Kongress, den die WiSo Nürnberg ausrichtet, um Wirtschaft und Wissenschaft zielführend zu vernetzen. Im Jahr 2021 wird sich der NUEdialog einem neuen Fokusthema widmen, diesmal dann „Arbeit im Wandel“. Der #NUEdialog 2021 findet am 27. Oktober 2021 statt.




Der Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist heute eine der renommiertesten Einrichtungen seiner Art mit über 6.000 Studierenden, über 40 Lehrstühlen, weltweiten Kontakten und einem der vielfältigsten Fächerangebote im deutschsprachigem Raum. Forschung und Lehre auf internationalem Spitzenniveau, Praxisorientierung, eine hervorragende Vernetzung mit der Unternehmenswelt und ein konsequentes Qualitätsmanagement sind dabei die Erfolgsfaktoren. Die WiSo Nürnberg freut sich darauf, zahlreiche Forschende, Lehrende, wissenschaftliche Partnerinnen und Partner, Praxis- und Fachvertreter aus Unternehmen und Institutionen sowie Studierende begrüßen zu dürfen.
Mit der Gründung des Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) und des Wasserstoffbündnis Bayern hat die Bayerische Staatsregierung einen starken Impuls für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Bayern gesetzt. Das H2.B agiert dabei als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit dem Ziel, die Technologieführerschaft der bayerischen Wirtschaft im Zukunftsfeld der Wasserstoffwirtschaft zu festigen und auszubauen und insbesondere Wasserstoff in der Mobilität in Bayern schnellstmöglich voranzubringen.
Die NürnbergMesse Group ist eine der 15 größten Messegesellschaften der Welt. Sie setzt sich zusammen aus der NürnbergMesse GmbH sowie deren 15 Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Über 1.000 Mitarbeiter sind an elf Standorten in Deutschland, Brasilien, China, Indien, Italien, Griechenland, Österreich und den USA für das Unternehmen tätig. Darüber hinaus verfügt die NürnbergMesse Group über ein Netzwerk von Auslandsvertretungen, die in über 100 Ländern aktiv sind. Das Portfolio umfasst rund 120 nationale und internationale Fachmessen und Kongresse in analoger, hybrider oder digitaler Form. Jährlich beteiligen sich bis zu 35.000 Aussteller (Internationalität 44 %) und bis zu 1,5 Millionen Besucher (Internationalität der Fachbesucher bei 26 %) an den Eigen-, Partner- und Gastveranstaltungen.
Die IHK Nürnberg für Mittelfranken ist eine unternehmerische Organisation zur Wirtschaftsförderung. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit gesetzlichem Auftrag vertritt sie ausgleichend die Anliegen der gesamten Wirtschaft. Sie erbringt Dienstleistungen für ihre 145.000 Mitgliedsunternehmen, den Staat und die Region. Zu ihren Handlungsfeldern gehören Fachkräftesicherung, Außenwirtschaftsförderung, Energie und Rohstoffe, berufliche Bildung und das ethische Grundprinzip des Ehrbaren Kaufmanns.